Meine erste Wanderung in der Westschweiz erstreckt sich über zwei Tage entlang des Jura Höhenwegs (Nr. 5) vom Col de la Tourne nach Yverdon-les-Bains.
Col de la Tourne (1129m) – Tablettes (1291m) – Solmont (1265m) – Noiraigue (730m) – Creux du Van (1462m) – Les Rochats (1163m) – Übernachtung – Creux de la Pey (1210m) – Mauborget (1169m) – Fontaines-sur-Grandson (565m) – Grandson (435m) – Yverdon-les-Bains (435m)
Tag 1: 23.2km / 1142m Aufstieg / 1111m Abstieg / 5h33min
Tag 2: 21.2km / 278m Aufstieg / 1010m Abstieg / 4h14min
Für die beiden Tage anfangs Juni ist wechselhaftes Wetter vorhergesagt, Regen ist am späteren Nachmittag zu erwarten. Mit dem Zug gehts via Olten-Solothurn-Biel/Bienne nach Neuenburg, wo es gerade knapp und dank Sprint aufs Postauto reicht. Von Neuenburg geht’s hoch nach Rochefort. Oberhalb von Rochefort gibt es ein kleines Hochtal, von wo ich starte. Nach rund 1.5 Kilometern gibt es einen wunderbaren Aussichtspunkt (Tablettes). Von hier sieht man über den Neuenburgersee, aber leider nicht – wie von mir erhofft – in die Alpen. Dafür hat es zu viele Wolken. Von Tablettes führt der Weg über den Grat südwestlich, direkt auf den Creux du Van zu. Der Weg führt durch Wald, sodass die Aussicht leider meist nicht so erkennbar ist. Am Ende des Grats angekommen geht’s dann recht steil hinunter nach Noiraigue.




Den Fluss Areuse überquert geht’s dann auf der anderen Talseite auch gleich wieder aufwärts. Hier entscheide ich mich vom Jura Höhenweg abzuweichen und den Aufstieg „im“ Creux du Van zu nehmen. Die ziemlich mittig des Creux du Van gelegene „Fontaine Froide“ kommt wie gerufen und schafft eine willkommene Abkühlung. Aufgrund der vielen Bäume ergibt sich leider nie ein Blick auf den Creux du Van von unten, die Wand in ihrer Prächtigkeit kann ich tatsächlich erst ganz oben geniessen. Nach einer kurzen Mittagspause, in der der Wind die Wolken regelrecht über den Creux du Van gefegt hat, verläuft der Weg über Wiesen immer leicht herab. Der Weg wird dann oft auch auf der Asphaltstrasse geführt, was nicht sehr angenehm ist. Eine willkommene Abwechslung sind da die schönen Pferde, die plötzlich am Wegrand auftauchen. Etwas weniger willkommen sind dann die Regentropfen, die kurz darauf vom Himmel fallen. Zum Glück aber nicht allzu lange und mein Etappenziel ist auch bereits nah. Das Restaurant Les Rochats liegt sehr ruhig gelegen neben einer umgenutzten Militärunterkunft. Es stellt sich heraus, dass ich der einzige Gast bin an diesem Abend – das ganze Massenlager für mich. In der Übernachtung inbegriffen ist ebenfalls das Abend- und das Morgenessen.




Am nächsten Morgen breche ich nach einem ausführlichen Schwatz mit dem Koch auf Richtung Yverdon-les-Bains. Ziemlich bald weiche ich von der nationalen Route Nr. 5 ab, damit ich ohne allzu grosse Umwege nach Yverdon-les-Bains hinunterkomme. Der Weg ist nicht sehr spektakulär und führt durch Wälder und über Weiden. In Mauborget angekommen hat man einen wunderbaren Ausblick rund 700 Höhenmeter oberhalb des Neuenburgersees. Dementsprechend folgt nun auch ein recht steiler Abstieg hinunter ins mittelalterliche Städtchen Grandson.
Von Grandson geht’s – nach einer Mittagspause am Wasser – nach Yverdon-les-Bains. Die schöne Altstadt ist ein Besuch wert und ein schöner Abschluss wie auch Kontrast zu den zwei Tagen alleine unterwegs.







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